Wirklich in der Welt

Meine eigene Stimme
die in meinen Ohren kraftlos klingt,
als hätte sich die Seele bereits aus ihr verabschiedet.
Die Worte die beim Sprechen schal auf der Zunge schmecken.
Jedes Wort wie ein Versprechen,
das zum Gebrochen werden bestimmt ist.
Ein Spiegelbild das nicht wie ich wirkt,
auf das ich nur mit einem befremdlichen Schulterzucken
reagieren kann.
Hoffentlich bin das nicht ich.
Kein klares Gefühl dafür wo meine Haut beginnt.
Die Grenze zwischen Innerem und Äußerem
verschwimmt und ich gehe in der Landschaft verloren,
deren Farben zum Winter hin
immer einheitlicher werden, so wie der Geruch kalter Luft.
Der Sommer fühlte sich wie Stunden an,
die viel zu schnell vergangen waren.
Der Herbst scheint mir wie Wimpernschläge.
Und doch,
Allein dadurch, dass man auspricht
wo die eigene Sehnsucht liegt,
Wird sie immer noch wirklich in der Welt.
Meine Gedichte, wie alles an mir,
Ein Teil der Welt, durch den die Welt sich selbst erfährt.
Auch die leisen Worte, egal wie kraftlos,
Das verschwommene Ich im Spiegelbild,
Sind Anker für eine ganze eigene Welt,
Die ohne mich, wie ein lose getäutes Boot
Einfach in der Nacht verschwindet.

Kerim Mallée

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