Während niemand hinsieht

Die Abstände zwischen den gestotterten
Silben meiner Geständnisse sind Feuerpausen,
In denen ich mit dem Teufel über mein Glück verhandle
Und einige von vielen Dingen die passieren,
wenn man ganz genau hinsieht.
Die Menschen am Meer,
Die aus ihren Häusern auf die Gezeiten blicken,
Können dir sagen,
Dass sich sogar das Statische langsam ändert,
Dir erzählen, wie die magnetischen Pole wandern
Und, dass die Gräber auf den Friedhöfen lebendiger sind,
Als manche deiner eigenen Ideen.
Denn es wächst Moos auf den Grabsteinen
Und einige der eingravierten Namen sind schon unleserlich,
Ehe sie vergessen wurden,
So wie sich alte Menschen an Filme erinnern können,
Von denen es heute keine Kopie mehr gibt.
Aber das alles passiert nur,
Während man ganz genau hinsieht.
Die Seiten geschlossener Bücher könnten miteinander im Regal konspirieren,
Einige Wörter und Buchstaben die Plätze tauschen lassen,
Menschen würden es nicht merken,
Oder was noch wahrscheinlicher ist,
Glauben, sie hätten es nicht bemerkt.
Kerim Mallée

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