Verletzlichkeit

Wenn du das liest,
ist es noch nicht zu spät.
Du, das bin ich:
Ich bin schon so lange in meinen Ängsten gefangen,
Dass sich die Unruhe wie ein unsichtbarer Faden
zwischen meinen Fingerspitzen spannt,
Ich mich immer wieder darin verfange,
wie ein Spazierstock der in den Schlaglöchern
auf dem Heimweg hängen bleibt,
Wie die Zunge, die im hohlen Zahn pult.
Doch irgendwo in mir ist eine Last,
die kleiner ist als die anderen.
Fang damit an, wie mit den Ecken eines Puzzles.
Sprich aus was aussprechbar ist,
damit das Unaussprechbare leichter wiegt
und vielleicht irgendwann noch zu Worten wird.
Verletzlichkeit, ist, wo die Wunden heilen.
Alles loslassen und alles einladen,
das Herz offen legen, damit es nicht zerspringt.
Wo Schmerz nicht mehr Geheimnis ist,
liegt der Ort, an dem der Mut beginnt.
Das aussprechen, was unaussprechbar ist.
Du, das bin ich.

Kerim Mallée

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