Träume über dem offenen Meer

Manche Tage sind wie brennende Federn,
wie der Geruch von Plastik,
das an der Unterseite von Bügeleisen schmilzt.
Du hast die Städte durchquert,
in die alle ehrlichen Steuerzahler und Kleinbürger zogen.
Du durchquertest die Städte,
in denen die Steuerhinterzieher
Bargeld unter ihren Matratzen horteten.
Bist durch so viele Pfützen getanzt,
dass deine Schuhe Wahrheit sprechen.
Hast so manisch vom Zirkus gesprochen,
dass Spuckefäden an deinen Satzzeichen verblieben sind.
Trotzdem waren diese Tage überall gleich.
Und wo du auch warst,
fügten sich die Versatzstücke der Dialoge,
die man im Vorübergehen aufschnappt,
zu einer unverständlichen homogenen Masse,
die am Ende des Tages,
doch so etwas wie einen Sinn ergibt.
Unter dir schwankt der Boden,
wie auf dem Glockenturm in Vertigo.
Die Hitze der Wüste steigt auf,
in der Ferne glimmt der Sand.
Schiffbruch in der Menge: Durchsagen am Bahnsteig
und das Geräusch einfahrender Züge,
Schaffner die nach Fahrkarten fragen
und mit ihren Stimmen einen Vorschuss
auf die Verachtung für Schwarzfahrer auszahlen.
Menschen die aussehen,
als würden sie auf Geschäftsreisen,
ohne Angst von Flugzeugabstürzen träumen,
bei der Stimme des Chefs im Ohr,
aber umso stärker zittern.
Wir können die gespenstischsten Fantasmen erschaffen,
auf der Suche nach einer neuen Folter für unseren Geist.
Herzen aus Glas treffen Seelen aus Zement.
Engel die sich in Stahlöfen stürzen,
weil ihnen ihr Gefieder zum Hals raushängt.

Kerim Mallée

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