The Talented Mr. Ripley, 1999 – ★★★★ (contains spoilers)

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Bis auf einen Aspekt ist Anthony Minghellas Verfilmung von Patricia Highsmiths (Zwei Fremde im Zug) gleichnamigem Roman (der zu meinen absoluten Lieblingskriminalroman zählt), sehr werkgetreu und eine bessere Umsetzung, als der ebenfalls recht gute Plein soleil (René Clément 1960), in dem Alain Delon damals Tom Ripley verkörperte. Im Roman ist Ripleys Homosexualität nur zwischen den Zeilen zu lesen, dort allerdings sehr deutlich. Im Film wandert dieser Handlungsaspekt aus dem Subtext in den Text. Dieser Schritt ist nachvollziehbar, denn der Roman mit seinem Erzähler der in Ripleys Kopf blicken kann, hat mehr Möglichkeiten, vage zu sein als ein Film, der hier zur Eindeutigkeit gezwungen ist.
Minghella ist sehr geschickt mit dieser Einschränkung umgegangen und hat die filmische Version einer Figur geschaffen, die von einem besseren Leben träumt und es verlernt hat, anderen Mensch zu zeigen, wer sie wirklich ist. Jemand der plötzlich die Chance kriegt, auf einem anderen Kontinent das Leben zu führen, das er immer wollte, bis er die Kontrolle über das Netz aus Lügen, das er gesponnen hat, verliert und so zum Mörder wird.

Das Ende des Films ist aus Minghellas Feder, nicht der von Highsmith, aber es ist das perfekte Ende für den Tom Ripley des Films, so wie das des Romans, das perfekte Ende für Highsmiths Ripley war. Schade, dass nur der erste Roman mit Matt Damon verfilmt wurde, denn die Autorin hat ihren mit vielen Talenten ausgestatteten Protagonisten noch vier mal zurückkehren lassen. Alle 5 Ripley-Romane wurden in mehreren Hörspielen umgesetzt und der dritte Band "Ripley's Game" wurde zweimal verfilmt. 1977 unter der Regie von Wim Wenders (den ich leider noch nicht gesehen habe), mit Dennis Hopper und Brunos Ganz in den Hauptrollen und 2002 mit John Malkovich als gealtertem Tom Ripley, der zu empfehlen ist, wenn einem dieser Film gefiel. 2005 erschien dann die Verfilmung von "Ripley Under Ground" unter der Regie von Roger Spottiswoode (James Bond - Tomorrow Never Dies, Die Kinder der Seidenstraße).

- Kerim Mallée

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