So vergeht der Ruhm der Welt

Von manchen Nächten erholt man sich nicht.
Und am Morgen den richtigen Zug zu erwischen,
scheint unmöglich.
Zuvor hat man den Göttern geopfert,
doch sie antworten nur mit Schweigen.
Die rostigen Güterzüge warten im Depot in Sichtweite,
Wie gigantische Bügeleisen auf die Wärme,
Die nötig ist, um die Falten der Erde glatt zu bügeln.
Wie gläubige Menschen auf dem Sterbebett,
auf ein Leben danach.
“Stirb jung und rette dich selbst.”
Steht an einer Wand.
Die Stadt, eine Maschine aus Nägeln und Eisen,
Ein Fließband, das Schmerz in Hass verwandelt.
Einsamkeit steht in keinem Zusammenhang
Mit der Menge an Menschen um einen herum.
Jeder, der den Schiffen auf Rädern lang genug
Zugesehen hat, wie sie vor Ampeln ankern,
Kann dir sagen,
Dass man sehr wohl in einem Meer aus Asphalt ertrinken kann.
So vergeht der Ruhm der Welt.
Und es dauert noch ewig, bis der Zug kommt.

Kerim Mallée

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