Sleepy Hollow, 1999 – ★★★½

Regie: Tim Burton
Tim Burtons Film macht auch über 20 Jahre nach seinem Erscheinen Spaß. Was vor allem daran liegt, dass er durch die guten handgemachten Effekte, das Make-up und die wirklich sparsame Verwendung von CGI, auch noch heute zeitlos gut aussieht. Die größte Stärke des Films, ist die für Tim Burton so typische Atmosphäre, die düster ist, aber gleichzeitig kindliche Nostalgie hervorruft. Tim Burtons goldene Zeit ist schon eine Weile vorbei, sie endete irgendwann nach Sweeney Todd, neben dem Sleepy Hollow Burtons blutigster Film ist.
Von Washington Irvings Erzählung auf der dieser Film basiert, gibt es gleich mehrere Verfilmungen, die mir im Gedächtnis geblieben sind: Ein 30-minütiger Zeichentrickfilm von Disney, der sich sehr eng an Irvings Vorlage hält, Burtons Film und eine Fernsehserie, welche die Handlung in die Gegenwart verlegt.
Der Film handelt vom New Yorker Kriminalpolizisten Ichabod Crane, der versucht Verbrechen mit wissenschaftlichen Methoden aufzuklären, sehr zum Missmut seiner Vorgesetzten, die eine simplere Art der Verbrechensaufklärung bevorzugen. Crane wird in die Provinz geschickt um in der neuenglischen Kleinstadt Sleepy Hollow eine Mordserie aufzuklären. Dort kam es zu mehreren Enthauptungen, welche die Dorfbewohner dem Geist eines hessischen Söldners aus dem Unabhängigkeitskrieg zuschreiben, der ihre Gemeinde als kopfloser Reiter heimsuchen soll. Crane jedoch, glaubt an einen Mörder in Menschengestalt und beginnt seine Nachforschungen. Währenddessen kommt es zu weiteren Morden. Burtons Verfilmung enthält einige Hommagen an den Disney-Film, so eine Kamera-Einstellung von einem brennenden Kürbis, den der kopflose Reiter wirft, oder eine Szene in der Crane verkehrt herum sitzend auf dem Pferd des Kopflosen landet.
Die größte Änderung gegenüber der zugrunde liegenden Erzählung war es, aus dem abergläubischen Schulmeister Ichabod einen eingefleischten Skeptiker und Polizisten zu machen und das Ganze in eine übernatürliche Detektiv-Geschichte abzuwandeln. Die ist sehr spannend, stellenweise nur etwas langatmig. Dass der Film darunter nicht übermäßig leidet, liegt an dem runden Gesamtpaket: Der Soundtrack von Danny Elfman, das tolle Set-Design und ein Cameo-Auftritt von Christopher Lee, darüber hinaus verkörpert Johnny Depp Ichabod Crane durchaus charmant und verpasst seiner Figur gleich mehrere sympathische Macken, wie man es bei Depps Rollen gewöhnt ist. Tim Burton zeigt hier, dass man nicht unbedingt viele Farben braucht, um schöne Bilder zu kreieren.

Der Film ist zurzeit auf Netflix verfügbar.

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