Schizoid, 1980 – ★

Regie: David Paulsen

Schizoid fühlt sich an, wie eine “Tales from the crypt”-Episode, die man auf Spielfilmlänge ausgedehnt hat und um den Cryptkeeper und sämtliche Gore- und Splattereffekte erleichtert hat. Dem Film geht es wie vielen No-Name-Slashern der 80er: Das einzig wirklich interessante an ihnen ist das Genre, dessen sie Teil sind. Wenn man sich für Slasherfilme im Allgemeinen interessiert, dann schaut man sich das ganze vielleicht an, weil man sich auch “Slumber Party Massacre 3” und “Silent Night Deadly Night 4” angesehen hat.
Die Handlung ist nicht der Rede wert: Mitglieder einer Therapie-Gruppe werden nach und nach mit einer Bastel-Schere erstochen. Die Gruppe leitet Pieter Fales, ein von Klaus Kinski gespielter Psychiater, der seine Position nutzt, um mit seiner Patientin Julie eine Beziehung anzufangen. Auch nur anzudeuten, dass das problematisch ist, fragwürdig und ethisch einfach total daneben, darauf kommt der Film aber nicht. Julie erhält Drohbriefe von einem Unbekannten und erst nachdem diese Drohbriefe mit der Mordserie in Verbindung gebracht werden, kommt die Polizei auf die Idee Julie zu helfen, weil eine einzelne Frau, die sich über Morddrohungen sorgt, ja einfach nur hysterisch ist…

Natürlich ist der Unbekannte genau die Figur, bei der man es sich von Anfang an dachte und der Versuch des Films, einen auf eine falsche Fährte zu locken, ist lächerlich bis nicht vorhanden.
Die Performance von Klaus Kinski ist okay, man hat das Gefühl, er habe das Beste aus dem geholt und mit dem gearbeitet, was er vom Produktionsteam des Films bekam. Das Abstoßende an dem Film ist letzten Endes aber, dass er nicht abstoßend ist. Das Frauenbild und vor allem die Art und Weise, wie psychische Erkrankungen dargestellt und als bedrohliche Abnormalität mystifiziert werden, lässt einen den Kopf schütteln. Aber wenn einem klar wird, dass der Film nur macht was damals üblich wird und was der ein oder andere Filmemacher immer noch für das stabile Grundgerüst eines Psycho-Thrillers hält, dann versinkt man in Frustration.
Obwohl “Schizoid” nur anderthalb Stunden geht, kommt er einem einfach zu lang vor. Tatsächlich hätte dem Film ein bisschen mehr Gore gut getan, denn es ist einfach so, dass die Filme von damals gerade in Zeiten in denen alles mit CGI-Animationen tapeziert wird, wegen ihren kreativen Make-Up-Effekten wieder richtig Spaß machen. Nicht so “Schizoid”. Hier war kein Tom Savini, kein Stan Winston am Werk. Die Menge an Kunstblut, die auf der Leinwand zu sehen ist, geht in eine Ketchup-Flasche.
Als “Tales from the crypt”-Episode mit 20 Minuten Länge, hätte ich das ganze wahrscheinlich für trashig aber sehr unterhaltsam gehalten.

"Schizoid" ist verfügbar bei Prime:

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