Peripherie und Zentrum

Die Sinne erwachen.
Das Herz verändert seinen Puls
und durch den Körper zieht
Ein neuer Morgen, während sich
die Nacht entzieht.
Wie der Schichtwechsel in einem Gebäude,
in dem immer geschäftiges Treiben herrscht.
Denkprozesse, in denen das entscheidende
Urteil verkündet wird.
Von den Wolken hängen Strickleitern
aus Regen in die Stadt hinunter,
während hier in der Peripherie unsere
Haut noch trocken bleibt.
Der Tag nur kühler ist und
die Luft etwas bitter schmeckt.
Niemand gedenkt, die Sprossen
hinauf zusteigen.
Nur Köpfe, die sich heben und zur
Kenntnis nehmen. Dann geschüttelt werden.
Dann wieder in Gewohnheiten verfallen,
ehe der Blick allzu weit in den Himmel wandern kann.
Ein Augenblick der in seiner Gesamtheit
nur aus der Ferne zu verstehen ist.

Kerim Mallée

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