Nightwatch, 1997 – ★★½

Regie: Ole Bornedal

Nightwatch ist Ole Bornedals amerikanisches Remake seines gleichnamigen dänischen Films von 1994. Nicolaj Coster-Waldaus Part wird nun von Ewan McGregor gespielt. Inhaltlich sind die Filme fast identisch, abgesehen davon, dass man das höhere Budget deutlich merkt. Einer von den typischen Thrillern, die Miramax Ende der 90er fabrizierte. Recht solide. Aber bei weitem nicht so viel Neuwert wie zum Beispiel zur gleichen Zeit durch "Scream" geliefert wurde. Viel mehr Retorte und einer von den Filmen, die damit enden, dass der Protagonist und sein bester Freund von Sanitätern verarztet werden, dann wird der beste Freund in den Krankenwagen gerollt, während irgendjemand einen witzigen Spruch reißt und die beiden sich bei anhaltendem Augenkontakt versichern, dass sie auf ewig Bros sein werden. Kamera zoomt raus, damit man sieht, wie viele Fahrzeuge und Statisten man sich leisten konnte, bis die Credits mit irgendeiner fetzigen Rocknummer beginnen, die heute niemand mehr kennt, aber für die das Musikvideo auf der DVD als Extra war, nicht aber auf der BluRay, because today nobody gives a shit anymore.

Typischer 90er Kram eben, mit dem Harvey Weinstein den Markt überschwemmt hat. Dessen Post-Produktionsforderungen haben dieses Remake für Bornedal übrigens ziemlich versaut. Bin zwar der Meinung, dass Weinstein und den 90ern (vor allem ersterem) wirklich niemand eine Träne hinterherweinen muss, oder sollte, ich an diesem Film doch tatsächlich das ein oder andere gute Haar lassen kann. Beim Casting hat man wirklich in den Goldtopf gegriffen und das rettet den Film mehr als einmal. Während das Original mit Nicolaj Coster-Waldau und Kim Bodnia zwei wirklich gute Schauspieler hatte, übertrifft hier das Remake noch einmal. Zu Ewan McGregor gesellen sich Patricia Arquette, Nick Nolte, John C. Reilly und besonders toll: Brad Dourif (Stimme von Chucky der Mörder Puppe und Grima Schlangenzunge in "Herr der Ringe") als Chefarzt.

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