Neues Gedicht “Im Tornado, mein Ruhepol.”

Im Tornado, mein Ruhepol.

Zeit noch einmal tief durchzuatmen...
Tornados sausen mir um die Ohren:
die Welt ist so hektisch,
als würden die Zahnräder aus dem Uhrwerk des Universums kullern, wäre sie es nicht.
Noch ein tiefer Atemzug...
Mir sausen Tornados um die Ohren.
Doch im Auge des Sturms ist es still und friedlich.
Das Auge des Sturms, das immer da ist, wo die Dinge sind, die man liebt,
Die Dinge für die man lebt,
Die Dinge, die man tut und dabei so lebendig wird, dass man sein eigener Puls ist
Und bebt und zittert, als wäre man Zeuge eines Zaubers geworden.
Das Auge des Sturms, das immer da ist,
wo gute Freunde sind,
Wo Galgenhumor nie fehl am Platz ist und wo man die beste Version von sich selbst ist.
Immer noch nicht perfekt.
Aber verdammt noch mal,
Gut genug für den Moment.
Und wir werden Musik: unsere Atome tanzen, wie die Plastiktüten im Wind,
Die ein lachendes Kind einzufangen versucht.
Unsere Moleküle summen, wie eine Türklingel,
von den Daumen aller Pizzaboten dieser Stadt.
Und ich weiß die Dinge, die sonst niemand sehen kann,
wie dein Haar vom Nachtwind gefangen wird.
Jeder soll wissen, dass wir lachen,
über die Endzeit-Prophezeiungen,
die sie uns seit Jahrhunderten zurufen,
auch wenn die anderen uns nicht hören können,
da sie der Lärm des Sturms verschluckt
und ihre Ohren taub sind,
für die Wunder dieser Welt.

Kerim Mallée

Schreibe einen Kommentar