Hotel Mumbai, 2018 – ★★½

Regie: Anthony Maras

Ähnlich wie The 15:17 to Paris ein Film der sich mit den Ereignissen eines wirklichen Terroranschlags beschäftigt und wieder hat man das Gefühl, es würde etwas fehlen. Es ist einfach so, dass das echte Leben nicht den narrativen Strukturen eines Spielfilms folgt. Deswegen ist ein solcher für mache Geschichten nicht die richtige Erzählform. Der Film ist durchaus solide und handwerklich wirklich gut. Während der Eingangs erwähnte Film The 15:17 to Paris von Clint Eastwood an zuviel Backstory krankt, leidet Hotel Mumbai an einem Mangel selbiger. Es ist ein Film über Ereignisse, kein Film über Figuren und da hätte sich das Format des Doku-Dramas einfach besser angeboten. Ein anderer Ansatz wäre es gewesen, die Handlung einige Tage vor den Ereignissen beginnen zu lassen, dann hätte man eine besseren Beziehung zu den Figuren aufbauen können. So hat man das Gefühl, dass etwas fehlt. Was der Film wirklich ausgezeichnet schafft, ist, die Brutalität des Attentats so einzufangen, dass man ihr gegenüber auch mit steigender Opferzahl nicht abstumpft. Man verfällt nie in die "Es ist nur ein Film"-Einstellung und Hotel Mumbai bleibt gewollt unangenehm. Die gnadenlose Willkür des Terrorismus und dessen Geringschätzung des menschlichen Lebens ist grandios eingefangen. Wären die Figuren auf der Opferseite ein bisschen konkreter charakterisiert, wäre ein wirklich großartiger Film zustande gekommen. Aber so wie er ist, fühlt er sich unvollständig an und mittelmäßig im Abgang.

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