Hinter den Hügelkuppen

Auf den Dachziegeln und Solar-Anlagen
Leuchtet nach dem Sonnenaufgang
nun zum ersten Mal im Jahr,
Der weiße Reif gefrorenen Morgentaus,
Der aber vor dem Mittag verfliegt,
Da
die Augenblicke des Novembers
noch nicht völlig aufgebraucht sind.

Was bleibt ist ein Nebel,
Der an den Hügelkuppen hängen bleibt,
sodass die Welt dort
Vorübergehend endet
und das Dahinter als
Echo in mir nachhallt.

In der Stille
klingen Geräusche am deutlichsten
Und wenn der Boden im Winter
gefriert, bleiben
Wenige Gerüche, an die man
sich umso deutlicher erinnert,
Wie an Umarmungen an Dezember-Tagen.

Und die Menschen die nicht hier sind,
Sind auch darin unterschiedlich:
Manche fehlen deutlich und unmittelbar,
Andere vage und mit der Zeit
versteht man erst genau,
Was man vermisst.

Stimmen, Gesichter, Berührungen,
All das hat jetzt
eine ganz andere Ebene der Bedeutung.
Vermissen wird einfacher
mit offenen Karten,
Denn es gibt eigentlich nur eine Karte,
Auf der sich Menschen
an unterschiedlichen Orten befinden,
Doch in den Köpfen beieinander sind.

Kerim Mallée

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