Ein Atemzug in der Stille zwischen Regentagen

Das zweitschlimmste ist,
im Fahrstuhl festzusitzen und nicht zu wissen,
wie man die Musik ausstellt.
Das schlimmste ist,
wenn man es irgendwann hinbekommt und dann merkt,
dass man sie vermisst.
Je näher du dem Kern kommst,
desto mehr häufen sich die Fragen
und selbst die ehrlichsten Seelen
kommen mit ihren Geständnissen
nicht mehr hinterher.
Das Kissen kann nur so lange deine Tränen schlucken,
bis du wieder Atem holen musst.
Die Luft riecht nach Benzin und Wechselspannung
in dieser hässlich schönen Welt.
Es gibt Tage,
da scheint mir die Welt voller Geheimnisse zu sein:
In den Schubladen alter Kommoden,
in den Taschen schmutziger Mäntel
und in der Blumenerde im Vorgarten
schlummern sie und warten darauf,
ausgegraben zu werden.
Je mehr die Oberfläche splittert,
desto mehr kommen unsere wahren
Qualitäten zum Vorschein.
Und unsere Stimmen sprechen Wahrheit.
Musik.
Ein Echo, das durch die Täler hallt,
dass ein Beben um die Erde wandert,
als würde die Welt in Wehen liegen.
Das die Wolken kitzelt und der Regen fällt
und fängt den Staub toter Sprachen,
die Erinnerungen an verschenkte Küsse,
den Salzgeruch des Meeres
und
noch in 70 Jahren,
werden die Alten davon reden,
wie deine Worte auf die Felder fielen
und von der Ernte ihres Lebens.
Kerim Mallée

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