Blood and Black Lace, 1964 – ★★★★½

Blood and Black Lace, 1964 – ★★★★½

Mario Bavas Prototyp eines Gialli, ist ein erstaunlicher Film. Was die Handlung angeht, ist er vergleichbar mit den Edgar Wallace Filmen, die zu dieser Zeit gerade in Westdeutschland produziert wurden. Das merkt man vor allem daran, dass der Film in vielen Szenen gemächlich eine Gruselatmosphäre aufbaut. Zwar gibt es auch die hektisch geschnittenen Mordsequenzen, die Genre-typisch für das italienische Thriller-Kino dieser Zeit sind, aber eben auch große Anwesen bei Nacht und Nebel und mit viel Liebe entworfene Sets, die durch das wunderschöne Farbenspiel des Films, das sehr passend ist für einen Film, dessen Milieu in der Modewelt beheimatet ist, zu einem Themenpark für die Sinne werden.

Tatsächlich sind die schrillen Farben und die hohen Kontraste so dominant, dass es sich lohnt, den Film mehrere Male zu sehen, um ihn komplett erfassen zu können.
Wäre der Film zehn Jahre später erschienen, hätte er wahrscheinlich unzählige Fortsetzungen nach sich gezogen, denn der Killer mit Strumpfmaske, Trenchcoat, Fedora und Rasiermesser hat Wiedererkennungswert, weshalb "Blutige Seide" (so der deutsche Titel) zumindest das Genre des Giallo etablierte und für viele Jahre richtungsweisend war.