Bis zum Ende der Dürre

Alles gleicht sich an. Die Tage gleichen einander.
Die Gedichte würden sich gleichen,
wenn ich noch welche zustande bekommen würde.
Also schreibe ich jetzt.
Nicht viel erwartend, nicht wirklich glaubend,
oder hoffend.
Denn wovon soll ich sprechen,
außer vom Mangel an Worten?
Und wofür soll ich schreiben,
außer für mich?
Ich schreibe jetzt,
weil es sonst immer schwieriger wird.
Dieses Gedicht muss nicht viel sein.
Kein Anker, kein Auffangnetz,
Nur ein kleiner Taschenspielertrick,
um die Zähne leichter zusammenbeißen zu können.
Ein schwacher Regen,
damit das Flussbett nicht austrocknet,
Fast nur ein Dunst,
doch er trägt die Blaupause eines Wetters
in sich.
Man muss Leben um zu schreiben.
Und manchmal muss man schreiben,
um zu überleben.
Ein paar bescheidene Worte.
Ein paar Atemzüge frische Luft,
die Gewissheit in sich tragen,
dass das Atmen irgendwann auch wieder leichter fällt.
Dass sich die Zeilen mit Worten füllen werden,
wie sich die Wolken früher oder später
auch mit Regen füllen.

Kerim Mallée

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