Alles, unter der Fensterbank

Durch die offenen Fenster dringt die kühle Luft
des Tages nach dem Regen,
darin klingt der Verkehrslärm sanfter und freundlicher.
Statt dem trockenen Staub der Baustellen,
von dem sonst am Ende der Woche die Fenster wieder trübe sind,
steigt der butterweiche Geruch von Löwenzahn herauf,
der in den Bordsteinfugen und den winzigen Grünflächen
am Straßenrand, den Regentau im Wind abschüttelt.
Rechts: Der Weg zum Wald, wo die Geräusche schwächer,
aber der Duft des Regens stärker wird.
Links: Die Straßenbahn-Station ins Herz der Stadt,
das vorübergehend leise schlägt,
doch schlägt.
Und wenn man die Straße überquert,
den Hügel hinabgeht,
dann kommt man zum Bahnhof,
wo Züge warten,
wie ein versprochenes Wiedersehen mit Freunden,
deren Lachen irgendwann wieder so deutlich klingen wird,
wie jetzt das Geräusch der abfahrenden Straßenbahn.

Kerim Mallée

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