Allein auf der Hügelkuppe

Du studierst die Welt,
erforscht das Leben,
kartografierst Träume
und versuchst die geheimen Botschaften
an den Unterseiten der Wolken zu entziffern,
aber am Ende bleiben nur sehr viele
Fragezeichen.
Und was dich zittern lässt,
sind nicht deine schwach umrissenen Ängste,
sondern dass deine Vorstellung vom
Glück so vage ist.
Mal ein Ort, viel zu oft eine Person
und manchmal reicht es,
das Richtige zu tun,
aber was richtig ist,
dessen bist du auch nicht sicher.
Nichts Konkretes im Schneesturm
und wenn du dann schließlich eine Stimme hörst,
die nach Wahrheit klingt,
musst du dich langsam umdrehen und dich entscheiden,
ob du das WAS oder das WOHER beantwortet wissen willst.
Meistens hast du aber nur die innere Unruhe,
ob eines undeutlichen Etwas,
das zu allem und nichts werden kann.
Eine vage Vorstellung davon, was gleich passiert,
aber einem Fremden beschreiben könntest du sie doch nicht.
Denn dafür ist sogar die allmächtige Sprache
nicht mächtig genug.
An manchen Tagen ist die Welt so eng,
dass es dir die Brust zuschnürt,
an anderen Tagen,
sind sogar deine Manteltaschen so weit,
dass du dir darin eine zweite Hand zum Halten wünschst.
Die blanken Landschaften liegen offener da,
als es unsere Geheimnisse jemals könnten,
selbst wenn wir wollten.
Manchmal ist das Leben wie ein Witz, den jemand
in den Raum gebrüllt und dort vergessen hat.
Aber das heißt auch, dass du triumphierst, wenn du lachen kannst.
Dass wir schon siegen,
wenn wir den Regen spüren, der in unsere Handrücken sticht und
Wenn wir in einer kalten Nacht Wärme spüren,
weil man in allen Fenstern Licht sehen kann,
während man allein auf einer Hügelkuppe steht.
Kerim Mallée

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